Glasklar - ein Politik Podcast der Gelsenwasser AG

Glasklar - ein Politik Podcast der Gelsenwasser AG

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00:00:00: Hat man sich aber tiefergehend damit beschäftigt, ging es für uns einzig und allein darum, wie

00:00:08: schaffen wir ein System, das es den jungen Menschen ermöglicht, für sich selbst das

00:00:14: Bürgergeld abzuschaffen?

00:00:16: Glas klar!

00:00:20: Der Politik-Podcast der Gelsenwasser AG nimmt Sie mit auf eine spannende und erfrischende

00:00:25: Reise in eine blau-grüne Welt.

00:00:28: Mitten im Ruhrgebiet spricht Arndt Bär mit seinen Gästen über aktuelle Themen aus

00:00:32: Energie, Umwelt und Klimapolitik.

00:00:35: Viel Vergnügen!

00:00:37: Jugendarbeitslosigkeit ist ein Problem.

00:00:40: Natürlich nicht nur für die Betroffenen selbst, das ist klar, sondern es ist natürlich

00:00:45: auch ein Thema, mit dem sich so neben der Sozialpolitik auch wir Unternehmen uns befassen

00:00:50: und befassen müssen.

00:00:51: Wir haben vor einiger Zeit schon über das Thema Nachwuchskräfte und Fachkräftemängel

00:00:56: gesprochen.

00:00:57: Wir hatten die Sibylle Stibler vom DIW hier bei unserem Podcast und ich glaube, ich

00:01:02: kann ganz gut anknüpfen diese Folge heute, denn ich bin bei einem tollen Projekt, über

00:01:08: das ich schon immer mal sprechen wollte und was ich bisher aber leider noch nicht realisieren

00:01:12: konnte.

00:01:13: Wir sind bei Raphael Karasch, er wird sich gleich selbst noch vorstellen und sein Projekt

00:01:19: die Joplinge.

00:01:20: Wir sind in Essen in einer ganz spannenden Location, es kann also sein, dass es in

00:01:24: dem Hintergrund ein paar Geräusche gibt, weil wir hier einen Open Space haben.

00:01:29: Ich hoffe, dass das die Aufnahme nicht besonders stören wird.

00:01:31: Lieber Raphael, freue mich sehr heute bei dir zu sein.

00:01:34: Ja, schön, dass du bei uns bist und herzlich willkommen.

00:01:38: Lieber Raphael, vielleicht erklär uns doch mal, wo wir hier sind am Ecke Hauptbahnhof

00:01:43: in Essen.

00:01:44: Ja, wir befinden uns hier im Base Game, das ist ein ganz spezieller Ort, den wir jetzt

00:01:49: seit ungefähr anderthalb Jahren hier in Essen haben.

00:01:53: Wir beschäftigen uns hier im Base Camp nicht nur mit jungen Menschen, bringen junge Menschen

00:01:58: mit Flucht hintergrund in Ausbildung, sondern wir führen hier eben auch unsere Ausbildungsbegleitung

00:02:04: durch, denn wir wissen natürlich, dass die Jugendlichen durchaus mit Problemen in die

00:02:09: Ausbildung gehen und wir wollen die Unternehmen damit nicht alleine lassen und unterstützen

00:02:13: ganz einfach mit unserer Ausbildungsbegleitung, dadurch, dass wir eben den Jugendlichen Flankierungen

00:02:19: geben, dass wir ganz einfach den Jugendlichen Tipps geben, wie sie gut durch die Ausbildung

00:02:23: kommen und das machen wir hier in einem Open Space, in einem Learning Hub, weil wir natürlich

00:02:29: auch wissen, wir erreichen die Jugendlichen nur, wenn wir ihnen einfach einen Ort geben,

00:02:35: an den sie auch gerne kommen.

00:02:36: Raphael, vielleicht sagst du uns nochmal zwei, drei Sätze dazu, wie du zu dem Thema gekommen

00:02:44: bist, das ganze Thema Jugendarbeitslosigkeit oder die sozialen Umstände dazu, ist ja

00:02:51: eins, mit dem du dich jetzt schon seit langem befasst, wie kam das dazu?

00:02:55: Also ich habe auch einen etwas ungraden Lebenslauf und als ich dann irgendwann soziale Arbeit

00:03:01: studiert habe und es dann darum ging, in welche Richtung kann es gehen, bin ich relativ

00:03:06: schnell gelandet bei dem Thema Übergangssystem, sprich junge Menschen unterstützen in Ausbildung

00:03:12: zu kommen, weil ich habe natürlich festgestellt, als ich in dieser Situation war und ich bin

00:03:18: zweimal sitzen geblieben, ich habe einen Hauptschulabschluss gemacht, ich habe auch erst eine Ausbildung

00:03:22: gemacht und ich habe diese Ausbildung gefunden, weil ich ein Netzwerk hatte, weil ich einen

00:03:27: Vater hatte, der jemanden kannte, der wieder um jemanden kannte und da habe ich dann eine

00:03:30: Ausbildungsstelle gefunden und dass unseren Teilnehmern fehlt, unseren Teilnehmern fehlt,

00:03:35: ist ganz einfach dieses Netzwerk und ich habe gesehen, hier braucht es Unterstützung und

00:03:39: vielleicht so ein bisschen aus meiner eigenen Wieter, die ja nicht ganz linear war, kann

00:03:45: ich vieles nachfühlen, was die Jugendlichen empfinden, wenn sie zu uns kommen und ich

00:03:49: glaube, da können wir ganz gut Abhilfe schaffen.

00:03:52: Was empfinden die Jugendlichen denn?

00:03:54: Also wir haben ja alle oder zumindest viele von unseren Zuhörer sind jetzt ein paar Jahre

00:04:01: älter, können sich vielleicht nicht mal so richtig reinversetzen in die Situation.

00:04:05: Jeder ist mal mit dem Job gestartet, aber vielleicht haben die die Zeiten sicher auch

00:04:11: ein bisschen geändert.

00:04:12: Wie ist denn dein Blick auf die Lage?

00:04:14: Also wir sprechen von jungen Menschen in unseren Programmen, die alle im Leistungsbezug des

00:04:20: Jobsenters sind, sprich die Bürgergeldbeziehen und man muss ja nur in die jüngsten Veröffentlichungen

00:04:28: von Parteien schauen, dass das ein heikles Thema ist, dass in dem Moment, wo ich Bürgergeld

00:04:34: beziehe natürlich auch wahrgenommen werde als jemand, der nichts tut, der vielleicht

00:04:39: nicht gebraucht wird, der sich nicht einbringt, der nicht Teil der Gesellschaft sein will.

00:04:44: Und das ist ein Gefühl, dass viele unserer Teilnehmenden haben, obwohl sie unbedingt

00:04:48: daraus wollen.

00:04:49: Und das ist das, was wir als Jobling-Initiative sehr gut hinbekommen.

00:04:53: Wir sprechen zwar auch darüber, das Bürgergeld abzuschaffen, aber wir machen das mit Lösungen,

00:04:59: indem wir den Jugendlichen tatsächlich eine Perspektive auf dem Ausbildungsmarkt geben.

00:05:03: Ja, das habe ich gesehen, die Kampagne, die er dazu macht.

00:05:06: Was sind da so zwei, drei Punkte Lösungen dazu?

00:05:10: Ich war kurz überrascht, was ich gesehen habe, Bürgergeld abschaffen.

00:05:12: Aber ich kann mir vorstellen, dass der Hintergrund ist.

00:05:15: Ja, also wir haben natürlich diese politischen Strömungen wahrgenommen und haben gesagt,

00:05:22: wir müssen das aufnehmen.

00:05:23: Wir müssen das aufnehmen und haben auch extra das Sublakativ aufgenommen und haben wirklich

00:05:30: ein Artikel gepostet, in den wir gefordert haben, Bürgergeld abschaffen.

00:05:33: Allerdings, ja, und das ist vielleicht so ein bisschen der Clou, der darunter stand auch,

00:05:38: wenn Sie mehr darüber wissen wollen, bitte auf diesen Link gehen.

00:05:41: Ja, in der heutigen Zeit machen das nicht viele.

00:05:44: Das heißt, wir haben tatsächlich so einen kleinen Shitstorm bekommen.

00:05:48: Wie könnt ihr denn nur als soziales Unternehmen und so weiter?

00:05:51: Hat man sich aber tiefergehend damit beschäftigt, ging es für uns einzig und allein darum,

00:05:56: wie schaffen wir ein System, das es den jungen Menschen ermöglicht, für sich selbst das

00:06:03: Bürgergeld abzuschaffen?

00:06:04: Ja, und im Moment ist es so, dass wir leiden unter vielen Kürzungen, ja, gerade auch in

00:06:09: diesem Übergangssystem.

00:06:10: Viele Integrationsmaßnahmen für junge Menschen werden eingekürzt und das kann nicht der

00:06:15: Weg sein.

00:06:16: Ja, und wenn wir hier eben funktionierende Systeme haben, wie Joplinge zum Beispiel eins

00:06:20: ist mit hohen Integrationsquoten, dann gehört dies einfach besser gefördert, weil dadurch

00:06:26: schaffen wir ganz einfach viel mehr Perspektiven für junge Menschen und schaffen tatsächlich

00:06:31: das Bürgergeld ab.

00:06:33: Hm, glaubst du, also das ist natürlich ein sehr interessanter Punkt jetzt demnächst und

00:06:38: ich hab's mir auch so ein bisschen in die Richtung gedacht.

00:06:41: Dein Ansatz ist ja einer, der in die Richtung geht, Hilfe zur Selbsthilfe.

00:06:48: Also relativ schnell aus einer Situation kommen und dann auch eben überführt werden oder

00:06:53: in an dem Starten, was dann zumindest aus finanzieller und wirtschaftlicher Sicht dann

00:07:00: erstrebenswerter ist.

00:07:01: Magst du uns mal deinen Ansatz erzählen?

00:07:04: Was macht ihr als Joplinge?

00:07:05: Also was ist die Philosophie dahinter?

00:07:07: Ja, also zum einen, wir haben schon sehr früh erkannt, dieses doch eigentlich soziale Thema

00:07:14: sollte man doch einfach mal mit einer wirtschaftlichen Brille angehen und nicht nur sagen, wir müssen

00:07:18: jetzt die jungen Leute betreuen oder wir müssen sie irgendwie begleiten.

00:07:23: Uns geht's wirklich darum, dass wir uns Kennzahlen geben.

00:07:27: Das hängt auch so ein bisschen mit unseren Initiatoren zusammen, das ist die Boston Consulting

00:07:31: Group und die Ebert von Kuhnheim Stiftung aus der Wirtschaft dieses Projekt initiiert haben,

00:07:36: uns aber auch mit auf den Weg gegeben haben.

00:07:38: Wir wollen das Ganze skalieren, wir wollen evaluieren, skalieren, wir wollen sehen, wie

00:07:43: gut funktioniert das Ganze.

00:07:44: Und wir geben uns Kennzahlen und verfolgen diese auch mit dieser unternehmerischen Haltung.

00:07:50: Versuchen wir wirklich das Bestmögliche für die Jugendlichen rauszuholen und haben sehr

00:07:55: schnell gesehen, was macht das Übergangssystem herkömmlich und was müssten wir tun, um ganz

00:08:01: einfach hier erfolgreicher zu sein.

00:08:03: Das erste ist, die Jugendlichen sind freiwillig bei uns.

00:08:05: Das zweite ist, sie müssen sich durch eine gemeinnützige Projektarbeit, die Programmteilnahme

00:08:10: erst mal erarbeiten und ihre Motivation unter Beweis stellen.

00:08:13: Wir haben eine sehr zielführende, sehr praxisnahe Berufsorientierung, die aber auch über Themen

00:08:20: wie Haltung und Werte spricht, dass wir einfach auch nochmal andere Aspekte der jungen Menschen

00:08:25: abbilden.

00:08:26: Wir haben ein Kulturprogramm, auf das keiner von denen Bock hat, aber das ganz viel macht

00:08:32: mit ihnen, weil sie ganz einfach ihre Komfortzone verlassen müssen und so Breitschaft zeigen,

00:08:38: sich vielleicht mal auf einen neuen Job einzulassen, mit dem sie vorher noch gar nicht sich auseinander

00:08:41: gesetzt haben.

00:08:42: Und ich glaube, das, was eines der Top-Wirkungspunkte ist in unserem Programm, ist ganz einfach

00:08:49: das Mentoring.

00:08:50: Ich habe es gerade schon gesagt, die jungen Leute verfügen über keine Netzwerke, fühlen

00:08:54: sich gesellschaftlich nicht eingebunden und das ändern wir.

00:08:57: Jeder Jugendliche bekommt einen ehrenamtlichen Mentor oder eine ehrenamtliche Mentorin und

00:09:02: wird in den sechs Monaten eben begleitet.

00:09:04: Und das ist das erste Mal, dass ein fremder Mensch mir etwas zurückgibt, mir etwas zeigt

00:09:12: und mich begleitet.

00:09:13: Wenn ich dem was wert bin, bin ich vielleicht was wert und nur wenn ich das für mich auch

00:09:17: verinnerliche, kann ich eigentlich auch überhaupt eine berufliche Perspektive und über Zukunft

00:09:23: nachdenken.

00:09:24: Wieso haben die Jugendlichen keine Lust auf das Kulturprogramm?

00:09:26: Das muss ich einmal kurz erklären.

00:09:28: Also ist das so ein bisschen auf den Hintergrund hinaus, ist das etwas, was also erst mal aus

00:09:33: der sozialen Situation kommt.

00:09:35: Ihr seid ja schon als soziales Projekt gestartet oder ist ja Kern, das kann man ja glaube ich

00:09:41: schon sagen.

00:09:42: Ja genau.

00:09:43: Also ich glaube schon, dass die Grundintention wirklich war.

00:09:45: Wir sind ein soziales Projekt gegen Jugendarbeitslosigkeit.

00:09:49: Wir haben uns ein bisschen entwickelt, weil zum einen natürlich der Ausbildungs- und

00:09:53: Arbeitsmarkt sich ein bisschen verändert hat.

00:09:56: Also der war natürlich vor 15 Jahren und da lag auch schon dem demografischen Wandel.

00:10:00: Nur heute ist es natürlich viel heftig, dass wir über Fachkräftesicherung, Fachkräftemangel

00:10:06: sprechen.

00:10:07: Und deswegen sage ich immer, weil wir natürlich viele Unternehmen haben, die uns auch unterstützen,

00:10:13: operativ genauso wie finanziell, dass wir sagen, wir haben uns von einem sozialen Projekt

00:10:19: gegen Jugendarbeitslosigkeit hin bewegt zu einer Wirtschaftsinitiative gegen den Fachkräftemangel.

00:10:24: Und wenn man dann mit Themen wie Kultur kommt, ist es für die Jugendlichen dann sicherlich

00:10:29: erstmal befremdlich, dass wir Theater spielen.

00:10:32: Die sind im Durchschnitt 21 und sind seit 36 Monaten, vor 36 Monaten haben sie ihren letzten

00:10:41: Schulabschluss gemacht.

00:10:42: Dann ist das eine Herausforderung.

00:10:44: Aber das sind die Hürden, die sie einfach nehmen müssen, damit sie verstehen, dass

00:10:49: diese Hürden auch im Berufsleben kommen können.

00:10:52: Und sie wissen, ich kann sie nehmen.

00:10:54: Ich weiß gar nicht, ob ich mit 21 immer Lust gehabt habe, Theater zu spielen oder solche

00:11:00: Dinge zu tun, insofern die mich da mal mit einer Wertung zurückhalten.

00:11:04: Du wirst den wirtschaftlichen Aspekt, hast du gerade schon davorgehoben.

00:11:09: Ich hatte ja erzählt, ich hatte ein Gespräch mit der leiterberufliches Clusterbildung vom

00:11:15: DIW, der Sibylle Stibler, und die hat zu mir das Folgende gesagt.

00:11:18: Der Arbeitsmarkt ist sehr, sehr robust auch immer noch, weil wir einfach ein Problem haben,

00:11:23: was größer ist als alles andere.

00:11:25: Und das ist der demografische Wandel.

00:11:27: Also durch den gehen einfach in den nächsten Jahren so viele Menschen dem Arbeitsmarkt

00:11:31: verloren.

00:11:32: Und wo keine jüngeren Menschen bereit stehen, um diese Lücke zu füllen, dass die Fachkräftelücke

00:11:38: deutschlandweit immer noch bei rund 570.000 Personen ist, die uns fehlen.

00:11:43: Und jetzt mal auf die Gas- und Wasserwirtschaft.

00:11:45: Also auf eure Branche bezogen sind es rund 80.000 Menschen, die rein rechnerisch dem

00:11:51: Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen.

00:11:53: Das bestätigt da im Grunde, was du eben schon angedeutet hast, dass sich die Situation

00:11:58: verändert hat.

00:11:59: Und das ist im Grunde jetzt so, dass die Unternehmen auch ein eigenes Interesse daran haben, solche

00:12:06: Projekte wie Deine es zu unterstützen und da auch ein Stück weit die Lücke zu schließen

00:12:12: für sich selber.

00:12:13: Wie kriegst du das hin, dass das matcht einigermaßen?

00:12:16: Ich glaube, was ganz wichtig ist, ist hier eine Vorteilsübersetzung für alle Beteiligten

00:12:21: herzustellen.

00:12:22: Wir haben auf der einen Seite, haben wir Jugendliche, die gerade sich lost fühlen, die nicht wissen,

00:12:29: in welche Richtung kann ich gehen, was soll ich tun.

00:12:31: Wir wissen natürlich über Jugendstudien, dass auch eine gewisse Demotivation da ist,

00:12:36: eine Zukunftsangst und so weiter und so fort.

00:12:38: Das soll gar nicht das Thema sein, aber ich glaube ganz einfach auf der einen Seite junge

00:12:41: Menschen, die nicht wissen wohin, auf der anderen Seite Unternehmen, die eine große Fachkräftelücke

00:12:47: haben.

00:12:48: Und ich glaube, hier braucht es uns, ich nenn es jetzt mal als Moderator, diese Akteure

00:12:54: zusammenzubringen.

00:12:55: Und das schaffen wir ganz gut.

00:12:56: Auf der einen Seite, weil wir jungen Menschen nahebringen, welche beruflichen Möglichkeiten

00:13:01: und wirklich gute Zukunftsperspektiven sie haben können.

00:13:05: Insbesondere gerade im Thema Klimawende, Energiewende, du hast gerade gesagt, da gibt es viele

00:13:11: umbesetzte Stellen, da brauchen wir Leute, das können wir den Jugendlichen ganz gut

00:13:14: vermitteln.

00:13:15: Wie macht ihr das und wie vermittelt ihr das?

00:13:17: Macht ihr das mit euren Team erstmal grundsätzlich?

00:13:20: Ja, also es geht immer darum und ich glaube, als so während Corona das erste Mal diese

00:13:26: Begrifflichkeit der systemrelevanten Branche oder Berufe aufkam, haben wir das immer wieder

00:13:32: genutzt.

00:13:33: Da war es vielleicht damals der Einzelhandel, Lebensmittel Einzelhandel, das war die Branche,

00:13:37: die funktioniert hat.

00:13:38: Und auch unsere Teilnehmenden, wie alle jungen Menschen, wünschen sich einfach eine sichere

00:13:43: Zukunft.

00:13:44: Und wenn sie verstanden haben, dass Systemrelevante Berufe die größte Sicherheit bieten, dann

00:13:50: waren das während Corona vielleicht diese Berufe.

00:13:53: Jetzt ist Corona vorbei, Gesundheit natürlich wird immer ein relevanter Beruf sein.

00:14:00: Insbesondere wenn wir darüber sprechen, du hast gerade gesagt, der demografische Wandel

00:14:05: produziert viele alte Menschen.

00:14:07: Das heißt, die wollen betreut werden.

00:14:08: Auch das sind sichere Jobs.

00:14:10: Aber eben auch im Bereich der grünen Transformation, wo unfassbar viele Berufe entstehen, die

00:14:16: einfach auch unfassbar spannend sind.

00:14:18: Und da bekommen wir das ganz gut zu matchen und ganz wichtiger Faktor.

00:14:23: Wir nehmen den Unternehmen vielleicht so ein bisschen die Angst vor unseren Zielgruppen.

00:14:28: Wir sprechen ja auch über junge Menschen mit Flucht hinter Grund.

00:14:30: Wie ist das Sprachvermögen?

00:14:32: Kann ich mir das zutrauen als Unternehmen?

00:14:34: Wie gehe ich damit um, wenn es hier Verständigungsprobleme gibt?

00:14:37: Und hier moderieren wir ganz einfach auch und geben den Unternehmen einfach Unterstützung.

00:14:42: Und das ist wirklich auch ein wichtiger Teil dessen, was wir hier am Basecamp machen, dass

00:14:47: wir diese Ausbildungsbegleitung anbieten, mit der wir die Unternehmen befähigen, Zielgruppen

00:14:53: auszubilden, die sich vielleicht vorher nicht zugetraut haben.

00:14:56: Das heißt, du hast auch Jugendliche, die Geflüchtete sind.

00:15:02: Also die aus Syrien etc.

00:15:05: Pp-Anländern kommen.

00:15:06: Wie hast du das für Erfahrungen gemacht?

00:15:09: Ist das noch mal anders als mit anderen Jugendlichen oder grundsätzlich gleich?

00:15:14: Es ist natürlich anders, weil hier eine Sprachkomponente sicherlich einen wichtigen Schwerpunkt gibt.

00:15:22: Letztendlich sind es junge Menschen, junge Menschen, die irgendwo ihren Weg gehen wollen.

00:15:26: Und dann ist es wahrscheinlich sogar relativ motiviert.

00:15:29: Wir sind wirklich gleich zu anderen.

00:15:30: Ja, unfassbar.

00:15:31: Man hat das immer so nach 2, 15 immer wieder so gesagt.

00:15:35: Die haben einen langen Weg hinter sich.

00:15:38: Die gehen so ziemlich jeden Weg, um eine Zukunftsperspektive zu haben.

00:15:44: Das ist mir aber ein bisschen zu plakativ.

00:15:46: Weil letztendlich geht es ja auch hier darum, dass wir junge Menschen haben, die vielleicht

00:15:50: ihr Ding finden müssen.

00:15:51: Wir haben natürlich ein völlig anderes Bildungssystem.

00:15:53: Wir haben ein anderes Ausbildungssystem.

00:15:55: Also dass wir zu Recht sehr stolz sein können.

00:15:57: Diese Fachkräfteausbildungen, die duale Ausbildung, da breche ich jede Lanze drüber.

00:16:04: Das ist immer noch qualitativ unfassbar hochwertig.

00:16:07: Und das muss natürlich erst mal geschafft werden.

00:16:10: Was wir aber sehen, dass die jungen Menschen, die zu uns kommen.

00:16:14: Und das ist eigentlich egal, ob jetzt mit Fluchthintergrund, ob hier geboren oder wie

00:16:17: auch immer, die kommen mit einer hohen Motivation.

00:16:21: Und dies einfach zu nutzen, um Perspektiven zu schaffen, bekommen wir ganz gut hin.

00:16:26: Und wir bringen über 70 Prozent unserer Teilnehmenden, bringen wir in Ausbildung.

00:16:31: Und wir haben jetzt seit einigen Jahren auch keinen Unterschied mehr.

00:16:35: Ob das jetzt unser klassisches Programm ist oder unser Programm Kompass, wo wir eben

00:16:38: mit Geflüchten arbeiten.

00:16:39: Wir haben die gleiche Vermittlungsquote.

00:16:42: Also es gibt da keinen Unterschied mehr.

00:16:44: Und das ist für mich einfach ein Zeichen, dass wir hier wirklich auf einem guten Weg

00:16:49: sind.

00:16:50: Und wenn wir natürlich über Fachkräfte mal entsprechen, es wird nicht ohne Migration

00:16:53: gehen.

00:16:54: Das sind halt leider auch die Themen, die gerade zu kurz kommen.

00:16:57: Migration ist momentan einfach nur negativ besetzt.

00:17:00: Und davon müssen wir weg.

00:17:01: Und das ist für mich auch Aufgabe der Wirtschaft, hier ganz klar zu sagen, es wird nicht ohne

00:17:06: Migration gehen.

00:17:07: Und wir müssen hier ganz klar differenzieren zwischen illegaler Migration auf der einen

00:17:11: und der notwendigen Migration für unseren Arbeitsmarkt auf der anderen Seite.

00:17:16: Ja, da spricht so was Großes an.

00:17:19: Diese Trennung, die ist, glaube ich, eine Zeit lang aus meiner Wand haben schon durchgehalten

00:17:24: worden.

00:17:25: Also die wurde am Anfang mal komplett vermengt.

00:17:27: Da war alles gut.

00:17:28: Was vielleicht auch nicht ganz optimal war.

00:17:32: Dann wurde das getrennt, wurde versucht, das sauber zu trennen, auch wenn das natürlich

00:17:37: inhaltlich nicht so einfach ist.

00:17:39: Aber diese Gedankenwelten, illegal und legal und Flucht und tatsächlich Arbeitsmarkt.

00:17:45: Jetzt ist plötzlich, wir nehmen am 28.1. auf, ein paar Wochen vor der Bundestagswahl.

00:17:53: Jetzt ist im Moment natürlich nach Aschaffenburg spätestens alles negativ.

00:17:58: Da kommt man wahrscheinlich auch gar nicht mehr so richtig durch in der öffentlichen

00:18:01: Wahrnehmung.

00:18:02: Wird sich hoffentlich dann aber auch wieder ändern, wenn sich so ein bisschen der Rauch

00:18:07: auch gelichtet hat, was den Wahlkampf betrifft.

00:18:09: Was glaubst du, ist zu tun, damit die 70 Prozent, was ich für eine hohe Quote halte,

00:18:17: noch auf eine 80 geht oder auf eine 90?

00:18:19: Ich glaube, wir sind da gar nicht so weit von weg.

00:18:22: Es wird immer ein paar Leutchen geben, die vielleicht dann doch ihren Weg mit uns nicht

00:18:27: finden.

00:18:28: Ich glaube schon, dass das machbar ist und bundesweit, Joplin ist ja nicht nur im Ruhrgebiet

00:18:34: unterwegs, sondern eben bundesweit.

00:18:35: Wir haben tatsächlich 30 Standorte bundesweit und wir haben tatsächlich Standorte, die

00:18:41: Vermittlungsquoten haben von über 80 Prozent.

00:18:43: Aber wenn wir dann einfach mal die Regionen vergleichen, besprechen über München, Stuttgart,

00:18:50: über Frankfurt, Rhein, Main, Gebiet, da ist der Ausbildungsmarkt ein anderer.

00:18:56: Also da haben wir einfach ein höheres Angebot an Ausbildungsplätzen, als wir Bewerberinnen

00:19:01: haben.

00:19:02: Im Ruhrgebiet einfach in der Form noch nicht, also wir haben noch nicht mal ein Matching

00:19:06: von eins zu eins.

00:19:07: Also wir haben eher weniger Ausbildungsstellen für die Jugendlichen, die wir haben.

00:19:11: Das ist also schon noch so, dass man sagen kann, es ist noch nicht kompletten Arbeit

00:19:14: geben gemacht.

00:19:15: Genau.

00:19:16: Ich glaube aber schon, dass viele Unternehmen natürlich auch verstanden haben.

00:19:20: Sie müssen einfach nur in ihre Personalakten schauen.

00:19:23: Ja, wie die Zukunft aussieht.

00:19:25: Wer ist denn in den nächsten zehn Jahren weg und einfach mal durchzählen, wie viel Bild

00:19:28: ich eigentlich aus?

00:19:29: Und hier wirklich mit den Unternehmen schon sehr frühzeitig im Kontakt stehen sagen,

00:19:34: folgende Option können wir euch anbieten.

00:19:35: Ja und wie gesagt, wir

00:19:37: Wir dürfen die Unternehmen vielleicht mit den Herausforderungen nicht alleine lassen.

00:19:43: Wir dürfen eins nicht vergessen.

00:19:45: Wir haben Corona gerade schon kurz angesprochen.

00:19:47: Die schulischen Leistungen werden nicht besser.

00:19:52: Die sind durch Corona auch nicht besser geworden.

00:19:54: Das heißt, wir werden auch weiterhin hier einen großen Unterstützungsbedarf haben während

00:19:58: der Ausbildung.

00:19:59: Und damit können wir die Unternehmen einfach nicht alleine lassen.

00:20:01: Aber wir haben als Jobling-Initiative hier wirklich richtig gute Lösungen geschaffen.

00:20:05: Wenn wir über 70 Prozent oder über 70 Prozent Vermittlungsquote sprechen, ich habe es gerade

00:20:11: gesagt, wir sind von Kellenthalen getrieben, skalieren, skalieren, skalieren.

00:20:15: Wir schauen natürlich auch, wie unsere Nachhaltigkeit aussieht.

00:20:20: Und wir messen zum Beispiel unseren Vermittlungserfolg auch ein halbes Jahr später nochmal und haben

00:20:25: hier eine Nachhaltigkeitsquote, die liegt sechs Monate nach Ausbildungstaat des Jugendlichen

00:20:30: bei 87 Prozent.

00:20:31: Das heißt, fast 9 von 10, die wir in Ausbildung bringen, bleiben dann auch in der Nachhaltigkeit.

00:20:35: Das heißt, wir bleiben in der Ausbildung.

00:20:36: Und wenn ich das halbe Jahr geschafft habe, und das werden, ich denke, alle IAKs, Handwerkskammern

00:20:41: und so weiter, auch mit unterschreiben, wenn die Probezeit geschafft ist, ist die Wahrscheinlichkeit,

00:20:46: dass jemand die Ausbildung abricht, eher gering.

00:20:48: Dass jemand vielleicht die Prüfung am Ende nicht schafft, das mag mal sein.

00:20:52: Manchmal braucht man einen zweiten oder dritten Anlauf.

00:20:54: Aber letztendlich ist das etwas, das wir messen.

00:20:58: Wir haben auch einen Care-Call in den ersten sechs Monaten, einmal im Monat den Jugendlichen

00:21:01: anrufen.

00:21:02: Wie geht es dir mit der Berufsschule?

00:21:04: Kommst du mit deinem Ausbilder klar?

00:21:05: Du bist umgezogen, hast du dein Strom umgemeldet?

00:21:07: Hast du vielleicht sonst irgendwas, wo wir dir helfen können?

00:21:10: Also, wo wir ganz nah dran bleiben, aber auch Begegnungen schaffen gerade hier im Basecamp.

00:21:14: Und das ist für uns eben ganz wichtiger Faktor.

00:21:18: Das, was wir tun und von dem wir wissen, dass es wirklich viel Geld kostet, dass es nachhaltig

00:21:23: ist, damit dieses Investment einfach auch irgendwo gesichert ist.

00:21:27: Also, ich kann das nur bestätigen.

00:21:29: Ich habe bei uns gesprochen.

00:21:31: Wir sind ja dabei über die Gäsen im Wasser, aber auch über die Stiftung jeweils.

00:21:37: Und wir haben, glaube ich, zehnjähriges Zusammenarbeit gefeiert letztens.

00:21:41: Wir haben ja auch den Standort in Gäsenkirchen mit aufgebaut.

00:21:45: Und jeder, der mit euch Kontakt hatte, ist ziemlich begeistert darüber.

00:21:50: Nicht nur ob der sozialen Komponente.

00:21:53: Also, das war bisher eher so, wenn man anklang, wo ich dachte, das ist etwas, was man für

00:21:57: die Region tut und was auch ein Unternehmen wie wir, dass sich auch der Nachhaltigkeit

00:22:01: verpflichtet hat oder die Region verpflichtet hat, auch sagt, das mache ich, weil es eine

00:22:06: tolle Geschichte ist.

00:22:07: Aber auch im Hinblick auf tatsächlich die Nachwuchskräfte.

00:22:13: Eine Frage, wo ich selbst persönlich ein Beispiel kenne, wo ich aber jetzt auch weiß,

00:22:19: dass auch eine weitere Frau, die bei euch aus dem Programm kam, mittlerweile richtig

00:22:24: zweite Ebenen Karriere gemacht hat bei uns.

00:22:27: Und das ist also tatsächlich etwas, was funktioniert.

00:22:30: Genau, und Abstrichen.

00:22:31: Das ist schon toll.

00:22:33: Ja, also es ist nicht nur bei euch so, bei Gelsengwasser ganz einfaches Beispiel.

00:22:39: Ich war letzte Woche bei einem Babymarkt und wollte mir noch einen neuen Baby-Sitz kaufen

00:22:45: und wird beraten von einem jungen Mann in einem Baby-Laden.

00:22:48: Er ist vielleicht ein bisschen außergewöhnlich und dann sagt er, ich kenne sie doch.

00:22:52: Ich habe auch gerade gedacht, ehemaliger Teilnehmer, stellvertretender Geschäftsstellenleiter,

00:22:59: da freue ich mich drüber.

00:23:01: Das macht mir Spaß, wenn ich in meiner Freizeit solche Dinge erlebe.

00:23:05: Und das passiert uns ja öfter, wir haben jetzt im Ruhrgebiet weit über 2000 Jugendliche

00:23:11: betreut.

00:23:12: Und wenn wir jetzt mal diese Statistik nehmen, also haben wir ungefähr drei Viertel oder

00:23:17: sagen wir mal zwei Drittel davon in Ausbildung gebracht, die trifft man ab und zu.

00:23:22: Ja, und das ist sicherlich auch nochmal ein Punkt für mich, aber auch für mein ganzes

00:23:27: Team.

00:23:28: Das ist wirklich ein tollen Job macht immer und immer wieder.

00:23:31: Eine unfassbare Bereicherung ist, ja.

00:23:34: Also sinnstiftend arbeiten und dabei Geld zu verdienen ist schon eine schöne Sache.

00:23:40: Also die, in der Tat, die die Sinnstiftung, die passt ja bei Daseinsvorsorgeunternehmen

00:23:45: auch ganz gut.

00:23:46: Das ist sicherlich nicht so schwierig zu vermitteln, den Jugendlichen gegenüber, wenn man das mag,

00:23:54: also wenn man dafür empfänglich ist in dem Alter.

00:23:56: Aber das ist natürlich bei uns relativ leicht zu erzählen.

00:23:59: Ich glaube im Übrigen nicht nur über das Thema Thema, sondern auch über Versorgungssicherheit,

00:24:04: also auch darüber, dass man darstellen kann, wie versorgen mit Wasser, wie sorgen dafür,

00:24:10: dass 24 Stunden Energie da ist, Wärme da ist, Strom, gerade heutzutage mindestens ein

00:24:15: Dienst, ich glaube das ist etwas, was zumindest leicht zu verstehen ist für die Menschen.

00:24:20: Ist vielleicht nicht sexy, aber ist doch auch für einen Mitte 20-jährigen, glaube ich,

00:24:25: eingängiger als vieles andere.

00:24:26: Du hast ja bei dieses Thema Nachhaltigkeit oder Klima noch mal bewusst rausgenommen

00:24:31: jetzt dazu, dieses Thema Klimawelden.

00:24:34: Warum hast du dich darauf konzentriert?

00:24:38: Ihr habt doch einen Nachhaltigkeitspreis gewonnen, habe ich hier gesehen, herzlichen Glückwunsch.

00:24:41: Dankeschön.

00:24:42: Wofür und wie kommt das, dass ihr mit dem Klimatheema so hausieren geht?

00:24:47: Ich habe es gerade schon mal gesagt, wir sprechen gerne über systemrelevante Berufe und wenn

00:24:52: es um Versorgung, auch um Klima und Energie geht, dann sind das Themen, mit denen unsere

00:24:58: Zielgruppe junger Menschen, die eher aus sozioökonomisch schwierigen Verhältnissen kommen, noch gar

00:25:04: nicht in Kontakt hatten.

00:25:05: Also das klassische Fridays for Future ist für mich eher so ein Bildungsbürger-Ding und

00:25:11: unsere Zielgruppe, unsere Jugendlichen, sagen, Klimawandel, schon mal gehört, habe ich aber

00:25:17: nichts mit zu tun.

00:25:18: Ich glaube, das ist etwas, das wir ändern müssen und das auch in einer sehr klaren Sprache,

00:25:25: das ist auch ganz wichtig und vor allen Dingen niemals mit dem erhobenen Zeigefinger.

00:25:29: Das ist das, was wir mit unserem Konzept Klimawelden aufgesetzt haben, ein Konzept, das auf der

00:25:34: einen Seite Jugendliche zu diesem Thema sensibilisiert, das vielleicht Verhaltensveränderungen anstößt,

00:25:40: aber ganz besonders eben, das ist so die dritte Säule im Zusammenspiel mit Unternehmen diese

00:25:46: unfassbar guten beruflichen Möglichkeiten nochmal auf den Tisch bringt und wie gesagt,

00:25:52: wir schaffen hier ganz einfach eine nachhaltige Berufwahl durch nachhaltige Berufe und das

00:25:57: ist eine Win-Win-Win-Situation für alle Beteiligten und dieses Projekt Klimawelden haben wir jetzt

00:26:04: seit anderthalb Jahren entwickelt und ja, wurde im letzten Jahr mit dem deutschen Nachhaltigkeitspreis

00:26:09: ausgezeichnet.

00:26:10: Da kommen Unternehmen aus verschiedenen Branchen, die dann im Grunde dazu zu zählen sind,

00:26:16: kommen dann auch zu euch und versuchen zu vermitteln, was sie tun und das Potenzial

00:26:23: ist ja riesig, man könnte dann auch inhaltliche Themen ja auch rausschälen, man muss ja nicht

00:26:27: nur immer erzählen, was man als Unternehmen macht, sondern das ganze Thema Klimawandel

00:26:34: ist ja ein, ich glaube jetzt mittlerweile wissenschaftlich hoch durcharbeitetes,

00:26:39: diese Stoff ist genug da, wobei es ein bisschen fehlt, ist ja in der Tat, wenn ich jetzt mal

00:26:44: laut denke, das was du gerade geschildert hast, nämlich die, also das Herabschmelzen

00:26:49: auf, weg von dieser extrem wissenschaftlichen auch teilweise sehr abstrakten Diskussion,

00:26:56: runtergebrochen auf erstens mal die Folgen, die tatsächlich für den Einzelnen da sind

00:27:02: und dann auch um das, was ich tun kann konkret.

00:27:05: Also da kann man ja 1000 Sachen machen, denke ich mal laut.

00:27:09: Ja, also das ist auf jeden Fall ja und auch hier wie immer bei allem, was wir tun, wichtig

00:27:14: eine Vorteilsübersetzung herstellen, was habe ich denn davon, wenn ich mich da engagiere?

00:27:19: Ja, ja du hast davon dann richtig, richtig sicheren Job und eine tolle Zukunft für deine Kinder

00:27:25: und da können wir drüber sprechen, egal wer jetzt vor mir sitzt, ob das jemand mit einem

00:27:30: Abitur ist, ja aus einem Bildungsbürgertum kommt oder jemand, der irgendwie aus einer

00:27:36: anderen Ecke kommt, anders aufgewachsen ist.

00:27:40: Letztendlich geht es uns allen noch darum, wie können wir hier einfach auch für uns

00:27:45: vielleicht einen Vorteil generieren und der hat eben mit unserer Zielgruppe ganz viel

00:27:50: damit zu tun, dass sie einen Beruf finden, den sie lange ausüben können und indem sie

00:27:55: sicherlich auch gutes Geld verdienen und das darf man ja nicht vergessen, wenn man

00:28:00: gerade über diese eher handwerklichen Beschäftigungsmöglichkeiten spricht, ja ob das jetzt als Anlagenmechaniker

00:28:06: oder ähnliches ist, die verdienen richtig gutes Geld.

00:28:10: Ja und das ist eben immer wichtig, den Jugendlichen auch zu zeigen und ich sage immer, ja du machst

00:28:15: sie die Hände schmutzig, die kann man waschen.

00:28:18: Ja und das ist eben eben ganz wichtig, Vorteilsübersetzung herstellen und dann sind wir immer

00:28:23: auch hier bei der Sinnstiftung, egal was wir tun, wenn es einen Sinn und einen Zweck erfüllt,

00:28:29: der dir wichtig ist, dann machst du das gerne.

00:28:32: Ja klar und ich meine die Hände schmutzig machen kann man sich ja auch in verschiedenen

00:28:35: Arten und Weisen, das sind ja auch nicht immer nur Leute, die einen Schraubenzieher in die

00:28:39: Hand nehmen.

00:28:40: Ja.

00:28:41: Was können wir für dich tun als Unternehmen?

00:28:44: Also wie können wir das System noch so verändern, was sind Dinge, die dich jetzt umtreiben,

00:28:51: vielleicht erstmal aus Unternehmenssicht, also wie sieht die Zukunft dann aus?

00:28:56: Also wenn ich jetzt über den Unterstützungsbedarf aus der Wirtschaft nachdenke, es ist ganz

00:29:03: klar so.

00:29:04: Wie seid ihr im Moment finanziert?

00:29:05: Also finanziert werden wir über die öffentliche Hand, also die Jobcenter bezahlen dafür,

00:29:10: dass die Jugendlichen in unserem Programm sind, allerdings gibt es hier auch Schwierigkeiten,

00:29:16: es gibt falsche Anreize in dieser Finanzierung.

00:29:19: Das geht so weit, dass ich gegebenenfalls Geld verliere, wenn ich in den Jugendlichen

00:29:26: möglichst schnell in Ausbildung bringe und das darf einfach nicht sein und wir haben

00:29:30: als Jobling-Initiative schon seit vielen Jahren uns auf die Fahne geschrieben, doch gerade

00:29:35: in der Politik Werbung dafür zu machen, dass es hier ein Umdenken muss.

00:29:39: Wir brauchen eine Impact-Finanzierung oder eine Out-Kam-Finanzierung, dass wir ganz

00:29:43: einfach sagen, wir wollen nicht bezahlt werden dafür, dass wir einen Jugendlichen begleiten,

00:29:49: sondern wir wollen dafür bezahlt werden, dass wir den Jugendlichen in Ausbildung bringen.

00:29:53: Also dass wir wirklich eine Integrationsprämie bekommen, also eine Prämie für die Ausbildungsintegration

00:30:00: und alles, was davor passiert, ist letztendlich vollkommen egal, wenn der Erfolg am Ende da

00:30:06: ist.

00:30:07: Also im Moment werdet ihr fürs Begleiten sozusagen bezahlt, was auch wahrscheinlich dem sozial-politischen

00:30:13: Ansatz ein Stück weit mehr Rechnung trägt.

00:30:15: Ja, das ist dann genau der Punkt.

00:30:17: Und dann muss man aber auch sehen, dass das Übergangssystem wirklich schon in dieser Form

00:30:21: seit fast 20 Jahren unverändert funktioniert und wir haben einfach völlig andere Rahmenbedingungen

00:30:27: heute.

00:30:28: Wir haben eben diesen Fachkräftemangel, wir brauchen mehr Jugendliche, gleichzeitig sprich

00:30:32: dieses System Jugendlicher nicht an.

00:30:34: Aktuell ist es so, nach Bertelsmann-Studie haben wir 624.000 junge Menschen, die als sogenannte

00:30:40: Needs, ja, so daher vegetieren, das heißt, not employed in education or training, die machen

00:30:47: gar nichts.

00:30:48: Und wenn wir die nicht erreichen, 600.000 bundesweit, 624.000 bundesweit, ja, im Alter

00:30:54: zwischen 16 und 24, ja, und dann ist vielleicht eine zweite Zahl noch ganz wichtig, die auch

00:30:59: aus dem gleichen Hause kommt.

00:31:01: Im Moment haben in Deutschland 2,86 Millionen Personen zwischen 20 und 34 keine abgeschlossene

00:31:09: Berufsausbildung.

00:31:10: Und das bei gleichzeitig einem unfassbar hohen Fachkräftemangel.

00:31:13: Und das können wir uns wirtschaftlich nicht leisten, gesellschaftlich schon gar nicht,

00:31:18: ja, weil man muss immer sehen, diese Menschen sind nicht alle per se arbeitslos, aber sie

00:31:22: sind oft in prekären Beschäftigungsverhältnissen im niedlichen Rundsektor, müssen aufstockende

00:31:26: Leistungen bekommen.

00:31:27: Wir müssen ja auch irgendwie leben, also die müssen ja was machen, was anderes oder

00:31:30: was kann auf jeden Fall nicht im Sinne der gesellschaft sein.

00:31:33: Genau.

00:31:34: Und wie ich aus vielerlei Hinsicht bedarf es hier eines Umdenkens, ja, und wenn wir dazu

00:31:39: kommen, dass wir eben gerade in diesem Übergangssystem eine Impact-Finanzierung herstellen, ja, dass

00:31:44: sich wirklich Geld dafür bekommen, einen jungen Menschen in Ausbildung zu bringen, dann wird

00:31:48: sich so ein bisschen die Spreu vom Weizen trennen, weil es kann nicht sein, dass ich Geld dafür

00:31:52: bekomme, dass ich jemanden lange in einem Projekt halte, das können wir uns aber nicht

00:31:57: leisten.

00:31:58: Also, der würde es dafür plädieren, mehr eine Erfolgsprämie sozusagen zu haben.

00:32:04: Ja, wenn man es nennt, die dann natürlich auch eine gewisse Höhe haben müsste, um das

00:32:09: auszugleichen, aber das wäre ja dann ein neuer Ansatz und würde bei deiner Quote ja auch

00:32:14: hinhauen dann.

00:32:15: Also, wir haben das natürlich schon 1000 Mal rauf und runtergerechnet und können das

00:32:19: auch mit Zahlen belegen.

00:32:21: Ich glaube, jede Steuerzahlerin und jeder Steuerzahler würde das blind unterschreiben, ja, das seine

00:32:29: Mittel, seine von ihm eingebrachten Steuermittel doch hier in dieser Form besser aufgehoben

00:32:34: werden und eins dürfen wir nicht vergessen, wir produzieren Steuerzahlerinnen und Steuerzahler

00:32:38: mit dem, was wir tun, ja.

00:32:40: Das heißt, je mehr und je schneller wir die Leute in den Arbeitsmarkt bekommen, desto

00:32:44: besser ist der Staat, Sozialstaat mit Mitteln ausgestattet, was im Moment gerade nicht so

00:32:50: doll ist.

00:32:51: Ja, klar.

00:32:52: Ich glaube, das würde in der Tat jeder unterschreiben.

00:32:54: Dass du dich selbst auch ja an einem Erfolg dann messen lassen willst, spricht ja für

00:32:59: das Projekt.

00:33:00: Ja, das ist aber in vielen Politikfeldern gerade eine spannende Diskussion.

00:33:05: Jetzt hast du aber, also da hast du jetzt den öffentlichen Teil angesprochen, da bist

00:33:10: du ja in politischer Diskussion, finde ich, ist auch immer wieder eine nochmalen Überlegung

00:33:14: wert, wie man das angeht.

00:33:15: Du hast aber auch den privatwirtschaftlichen Teil dazu.

00:33:19: Im Moment hast du so eine Quote mehr öffentlich als privat, Tendenz sich verschiebt, habe

00:33:25: ich verstanden.

00:33:26: Ja, genau.

00:33:27: Wir kommen mal von so einer Quote 30, 70, also 30 Prozent aus der Wirtschaft gefördert.

00:33:32: Im letzten Jahr haben wir zum ersten Mal so eine 50-50 Geschichte gehabt, also dass wir

00:33:37: wirklich genauso viele Privatmittel einwerben mussten, sag ich mal, weil auch auf Seiten

00:33:44: der öffentlichen Hand was weggebrochen ist, weil vielleicht man einfach Einsparung vorgenommen

00:33:49: hat, weniger Jugendliche in dieses System gebracht hat, weniger finanziert hat.

00:33:55: Die Befürchtung ist einfach da, dass das auch weiterhin passiert.

00:33:59: Umso wichtiger ist es, dass wir, und das sagen wir ja immer wieder, das haben wir gerade

00:34:03: gesagt, dass wir die weniger werdenden Mittel doch einfach auch effizienter einsetzen.

00:34:08: Da bin ich wieder bei dieser Wirkungslogik.

00:34:10: Gleichzeitig ist es aber so, solange das System so ist wie es ist, brauchen wir ganz einfach

00:34:15: auch die Privatwirtschaft, Unternehmen, Stiftungen, die uns hier unterstützen.

00:34:20: Wenn ich dann nochmal auf die Klimawelden komme, das haben wir komplett mit Privatmitteln

00:34:26: sozusagen auf die Beine gestellt.

00:34:28: Und das ist auch ein wichtiger Faktor.

00:34:31: Alles, was wir bei Joblinge weiterentwickeln, machen wir sozusagen aus der eigenen Tasche.

00:34:36: Dafür zahlt uns keine öffentliche Hand irgendwie was zusätzlich das Schöne ist.

00:34:40: Sie nehmen es anschließend gerne mit auf, wenn das zu unserem Programm gehört.

00:34:44: Das ist auch gut so.

00:34:46: Aber letztendlich ist es so, jede Weiterentwicklung, die wir machen, jedes Zusatzangebot, dass

00:34:51: wir machen Jugendliche, die vielleicht aus einem falschen Rechtskreis kommen und überhaupt

00:34:57: nicht gefördert werden und die wir trotzdem aufnehmen und pro Bruno begleiten.

00:35:01: Das sind alles Dinge, die wir nur machen können, weil eben die Privatwirtschaft hier sich so

00:35:06: stark engagiert.

00:35:07: Und mein Appell ist ganz einfach an die Wirtschaft.

00:35:11: Wenn ihr Fachkräfte braucht, guckt euch an, was wir tun und ihr werdet erkennen, das

00:35:16: wäre vielleicht etwas, das man fördern möchte, weil auch hier wieder es ist eine Win-win-Win-Situation.

00:35:23: Sie fördern ein Programm und die fördern damit gleichzeitig ihre Fachkräftesicherung.

00:35:28: Ja, klar.

00:35:29: Und dann, also ich glaube, der Appell ist völlig richtig und ein Unternehmen, was sich hier

00:35:34: engagiert, das hat dann natürlich auch den Zugang, den ein oder anderen vielleicht auch

00:35:39: sogar für sich abzugreifen im Unternehmen dann.

00:35:43: Das funktioniert aber nur, wenn man hier bei dir aufschlägt.

00:35:47: Ja, genau.

00:35:48: Also das ist natürlich wichtig.

00:35:51: Wir haben hier gerade das Basecamp, das ist gerade auch als Open Space gedacht, dass junge

00:35:56: Menschen hier wirklich auch von alleine hinkommen können.

00:35:58: Einfach mal nachfragen, wir haben ein Projekt, wo wir wirklich auch über die sozialen Medien

00:36:03: Jugendliche ansprechen, mit Kampagnen über Instagram und TikTok, die sich dann bei uns

00:36:09: registrieren können.

00:36:10: Wir nehmen innerhalb von 48 Stunden Kontakt auf und fragen einfach, okay, wie können

00:36:13: wir helfen?

00:36:14: Das ist schon ganz spannend.

00:36:16: Wir haben wirklich einen relativ offenen Zugang, weil wir eben diese Nieds erreichen wollen

00:36:20: und hier haben wir wirklich viele Förderpartner gewinnen können, die das eben dann auch mitfinanzieren.

00:36:25: Weil wenn das Jobcenter mir keine Jugendlichen schickt, was zum Glück momentan noch einigermaßen

00:36:31: gut funktioniert, aber wenn die mir keine Leute schicken, kann ich auch niemanden abrechnen

00:36:35: und das ist dann schwierig.

00:36:37: Unser Anspruch ist es aber, dass wir dann eben auch wirklich Jugendliche ansprechen, die

00:36:41: dann gegebenenfalls nicht finanziert werden.

00:36:43: Ich habe es gerade gesagt, die wir pro Bono im Programm haben, sodass wir ganz einfach

00:36:47: am Ende des Jahres und ich nehme jetzt mal das Ruhrgebiet trotzdem unsere 220 bis 240

00:36:52: Jugendlichen durch die Programme gebracht haben.

00:36:55: Ja, super.

00:36:56: Also ich finde eine tolle Sache.

00:36:58: Ich finde auch, dass es ja auf mehrere Sachen mittlerweile einzahlt und kann man nur hoffen,

00:37:06: dass es auch verfängt, dass der ein oder andere das hört neu aus unserem Netzwerk,

00:37:11: vielleicht auch wer sich für das politische Thema interessiert, kann sicher auch mal melden,

00:37:16: wieso die was er tun kann, um sich vielleicht da einzubringen, um Dinge zu ändern.

00:37:22: Du hast auch als Schirmherrin unsere Wirtschaftsministerin, Klimaministerin, also durchaus auch von

00:37:29: oberster Stelle mitgetragen, verbunden natürlich nicht bei dem, was du hier alles Tolles machst.

00:37:35: Wie über Raphael, ich habe eine Abschlussfrage, die ich jedem Gast stelle.

00:37:39: Jetzt ist das Jahr sehr früh, deswegen macht die auch viel mehr Sinn als in den letzten

00:37:43: zwei, drei Folgen.

00:37:44: Welche Frage hättest du dieses Jahr noch, 2025, gerne für dich Glas klar beantwortet?

00:37:51: Eine glasklare Antwort darauf, wie eine neue Regierung sich dieses Übergangssystem vorstellt,

00:37:59: wie es sozialpolitische Themen, gesellschaftspolitisch und ich sag mal nachhaltig auf den Weg bringt.

00:38:09: Ich habe eine große Hoffnung über die politische Situation, die wir vielleicht ab Februar haben.

00:38:16: Ich habe eine Hoffnung und Glas klar möchte ich eben die Frage beantwortet haben, wie

00:38:23: stellen wir uns als Demokratie auf?

00:38:25: Ich glaube, das ist heute ein ganz wichtiges Thema und wie gehen wir miteinander um und

00:38:29: ich habe mit vielen Menschen zu tun, die Migrationshintergrund haben, die Migrationsgeschichte haben,

00:38:33: die Migrationskompetenz haben.

00:38:35: Und ich möchte ganz einfach, dass wir weiter in eine offene und tolle Gesellschaft bleiben

00:38:43: und nicht dahin rudern, wo es vielleicht so ein bisschen hingeht.

00:38:46: Das ist weniger eine Frage als viel mehr ein Wunsch.

00:38:49: Und ein Statement gleichzeitig.

00:38:51: Alles klar, vielen Dank.

00:38:52: Kann ich mich nur anschließen.

00:38:54: Viel Erfolg, Walter, bei dem man hier erst so ihr tust.

00:38:57: Das war Glas klar, der Politik-Podcast der Gelsenwasser AG.

00:39:02: Rund um Wasser, Energie, Klima und Digitalisierung.

00:39:05: Wir hoffen, es hat Ihnen gefallen.

00:39:08: Danke fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge von Glas klar.

Über diesen Podcast

Glasklar – das ist der neue Politik-Podcast der Gelsenwasser AG. Dr. Arnt Baer, Ansprechpartner Politik und Verbände bei Gelsenwasser, nimmt Sie mit auf eine spannende und erfrischende Reise in eine blau-grüne Welt. Die Wurzeln des Unternehmens aus Gelsenkirchen liegen in der Wasserwirtschaft. Aber auch bei erneuerbaren Energien, Klimaschutz und Digitalisierung entwickelt sich Gelsenwasser immer weiter. In diesem Podcast werden mit hochkarätigen Gästen aktuelle Themen und Problemstellungen der Energie- Umwelt- und Klimapolitik beleuchtet und diskutiert. Themen, die uns alle täglich beschäftigen. Konkret und glasklar!

Viel Spaß beim Zuhören.

von und mit Redaktion Glasklar

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